2017/08/17

Endlich angekommen.

Reiseerinnerung #1


Ich betrete den Flughafen. Mein Herz hüpft und tanzt vor Freude. Ein Blick auf die riesige Anzeigetafel und ich weiß, wo ich hin muss. Meine Reisetasche ziehe ich hinter mir her. Mein Gepäck ist nicht gerade klein ausgefallen, doch irgendwo musste ich die Schnorchelsachen schließlich unterbringen. Die junge Dame am Check-in-Schalter lächelt und an, als sie sieht, wohin unsere Reise führt. Sie erklärt uns noch, dass unser Gepäck leider nicht durchgecheckt werden kann. Für den letzten Flug sollen wir es wie sonst auch abholen und anschließend wieder aufgeben. Alles klar, kein Problem. Als ob mir jetzt noch irgendwas meine Laune verderben könnte. Ich nehme meine drei Boardkarten in die Hand und kann mein Grinsen kaum noch unterdrücken. Die Passkontrolle braucht zwar seine Zeit, aber dieses ganze Pipapo zieht einfach an mir vorbei.


Ich nehme auf einer der vielen Sitzmöglichkeiten platz und schaue den Menschen nach, welche vorbeiziehen. Manche mit schwerem, manche mit leichterem Gepäck. Wohin es all die Menschen wohl zieht? Die Zeit scheint nicht zu vergehen und ich versuche für einen Moment die Augen zu schließen, um nach dieser kurzen Nacht wenigstens etwas Schlaf abzubekommen. Nach etlichen Bemühungen, die perfekte Schlafposition für mich zu auszumachen, gebe ich wieder auf und widme mit weiterhin dem Bestaunen anderer Reisenden.

Nach einer gefühlten Ewigkeit darf ich endlich durch die Handgepäckkontrolle. Das heißt: Alles, was auch nur annährend nach Kamera oder Objektiv aussieht, muss aus dem Rucksack raus. Und das ist nicht gerade wenig. Als das endlich geschafft ist und alles seinen Platz in diesen tristen graufarbenen Kisten gefunden hat, bin auch endlich ich an der Reihe. Die Schuhe soll ich doch bitte auch noch ausziehen. Ok. Ich laufe durch dieses eckige Etwas und natürlich, wie sollte es anders sein, geht sofort das gepiepse los. War ja klar. Also lasse ich mich noch schnell von Hand abtasten. Alles in Ordnung. Ich schnappe meine Sachen, verstaue sie wieder der Reihe nach in meinem Rucksack und begebe mich in Richtung Gate. Die Boardkarte muss noch einmal gescannt werden. Drei Stück davon halte ich in meiner Hand. Ich suche die richtige Boardkarte heraus. Die Mitarbeiterin scannt mein Flugticket, wünscht mir einen guten Flug und schenkt mir ihr schönstes Zahnpastalächeln. Ich gelange endlich an das Gate und halte Ausschau nach einem geeigneten Platz. Am liebsten sind mir die Plätze, von denen ich einen guten Ausblick auf den Rest des Geschehens habe. Der ist schnell gefunden und ich kann meiner liebsten Beschäftigung, zumindest was den Flughafen betrifft, nachgehen. Ich schaue Menschen nach, lausche ihren Worten, in der Hoffnung, vielleicht das ein oder andere Endreiseziel herauszuhören. Eine Weile sitze ich da, meine Augen schweifen durch die Sitzreihen. So viele Menschen und die sollen alles in dieses Flugzeug passen? Die Crew stolziert vorbei und ich weiß, dass es nicht mehr lange dauern wird. Als wäre es schon eine Art Ritual, führt mich mein Weg noch schnell auf die Toilette, um nicht mit voller Blase das Flugzeug betreten zu müssen. Mit diesem Gedanken stehe ich wohl nicht allein da. Wie ich also gerade meine Blase leere, kommt zugleich die Durchsage, dass das Boarding nun beginnt. Bei so einer Masse an Menschen muss ich mich nicht beeilen. Selbst als ich wieder erleichtert die Örtlichkeiten verlasse, steht ein Großteil einfach nur da. Ich frage mich, was sich manche denken? Haben sie Angst, das Flugzeug könnte ohne sie abheben, nur weil sie nicht unter den ersten Fünfzig sind, welche die Maschine betreten? Nun ja, was soll's. Ich setze mich noch einmal hin und stehe erst wieder auf, wenn der Großteil der Menschenmasse an mir vorbeigezogen ist.

Im Flugzeug angekommen, lasse ich mich auf meinem Platz nieder, verstaue alles, was ich die nächsten Stunden nicht brauche, in das Gepäckfach über mir und mache es mir bequem. Fensterplatz. Mein Lieblingsfleck hier drinnen. Am besten so weit hinten wie nur Möglich. Mein Blick schweift nach draußen. Wagen, die voll mit Gepäckstücken sind und starke Jungs, die diese auf ein Band schmeißen, um sie in den riesigen Bauch des Flugzeugs zu verstauen. Vielleicht bekomme ich meinen Trolley noch einmal zu Besuch. Ich schaue gespannt zu und warte darauf, ihn noch zu sehen zu bekommen. Vergeblich. Dann eben nicht. Dann sehen wir uns eben erst wieder in 30 Stunden. Oder so.
Die erste Durchsage ertönt, die Flugbegleiter hasten durch die Gänge und verstauen alles, was nicht niet- und nagelfest ist. Ich schnalle mich an, setze meine Kopfhörer auf und verfolge durch die Flugzeugkamera unseren Weg zur Startbahn. Die Turbinen saugen mächtig Luft an, ich werde in meinen Sitz gedrückt und wie rasen über die Piste. Ich sitze da, mein Gesicht am Fenster klebend, und zähle die Sekunden bis wir endlich abheben. Wie immer. 32 Sekunden.


Den Flug vebringe ich die meiste Zeit damit, aus dem Fenster zu schauen und die unterschiedlichsten Landschaften unter mir zu bestaunen. Filme sind gerade nicht gut genug und Schlaf wird sowieso überbewertet. Zwischendurch natürlich Essen, Trinken, Essen, Trinken. Eine Gruppe chinesischer Reisenden sind die einzigen, welche hier etwas Stimmung machen. Da wird auf die Sitze gestanden, um an das Gepäckfach ranzukommen und alles nur mit Handschuhen angefasst. Eigene Getränke werden ausgepackt und die Maske vor dem Gesicht wird nur herunter gezogen, wenn man seinem Mund etwas zuführen möchte. Ich sage doch: Ich brauche keine Filme. Das ist besser als jedes Kino. Nach über sechs Stunden der erste Stopp. Die nächsten Stunden, mitten in der Nacht, auf einem Flughafen verbringen. Außer uns scheint es noch vielen anderen so zu ergehen. Dank Hörnchenkissen, bequemer Jogginghose und einem einfachen T-Shirt lässt sich das jedoch sehr gut ertragen. Irgendwann zwischen zwei und drei Uhr nachts (oder morgens, wie man möchte), machen wir uns auf den Weg zum passenden Gate. Ich weiß nicht, seit vielen Stunden ich schon wach bin. Meinem Körpergefühl nach schon viel zu lange. Auch der zweite Flug startet pünktlich und wir fliegen Richtung Nacht, dem Sternenhimmel entgegen. Unter diesem Zelt aus Sternen schweben wir die Nacht hindurch, überqueren den Äquator und ich, ich sitze da, schaue aus dem Fenster und bekomme wieder kein Auge zu. Es scheint einfach der perfekte Ort zu sein, dort oben, zwischen all den Wolken und unter diesem Zelt aus Sternen, um seinen Gedanken nachzuhängen. Die Sonne geht auf und wieder bin ich wie betäubt. Atemberaubend, wie schön und friedlich unser Planet von hier oben aus wirkt. Der Horizont strahlt in einer Mischung aus rot, orange und gelb. Wie man sich einen Sonnenaufgang vorstellt, nur so viel schöner.


Als es hell ist, befinden wir uns schon im Landeanflug. Die letzten vier Stunden vergingen wie im Flug. Im wahrsten Sinne des Wortes. Unter uns das Meer. Jetzt, wo ich die ersten kleinen, vorgelagerten Inseln zu Gesicht bekomme, wird mir ganz warm ums Herz. Wir sinken immer schneller und schneller und schon bald kann ich einzelne Palmen und Häuser erkennen. Der Flughafen befindet sich direkt am Meer und ich bin so fasziniert, dass ich das Vibrieren in meinem Sitz, nachdem wir gelandet sind und noch über die Rollbahn fahren, kaum wahrnehme. Ob es an meinem Schlafdefizit oder meiner Vorfreude liegt, weiß ich nicht.
Ich laufe Richtung Tür und als ich am oberen Ende der Fluggastbrücke stehe, in langer Hose, T-Shirt und Reißverschlusspullover darüber, schlägt mir die Hitze ins Gesicht. Es ist noch früh am Morgen, etwa sieben Uhr. Die Sonne scheint schon jetzt ganz oben zu stehen und all ihre Energie sichtbar zu machen. Wie ich dort also Stufe für Stufe nach unten gehe, über das Vorfeld des kleinen Flughafens schlendere, kommen mir die ersten Tränen hoch. In der fast schon mickrigen Ankunftshalle, in der es zudem kaum Sitzplätze gibt, stellen wir uns hinter all den anderen Menschen an. Und dann, wie aus dem nichts, ein vertrautes Gesicht. Wir konnten es nicht glauben. Einfach so, auf der anderen Seite des Äquators. Wir tauschen uns schnell aus, über unsere Pläne für die nächsten Tage. Die Welt ist eben doch ein Dorf, stelle ich breit grinsend fest. Dann trennen sich unsere Wege wieder. Für uns ging es, im Gegensatz zu manch anderen, recht flott durch die Immigration. Ich glaube, es dauerte insgesamt etwa 45 Minuten, bis wir endlich durch waren. Eine gefühlte Ewigkeit, wenn man bedenkt, dass es keine Klimaanlage gab.

Schnell, schnell, schnell unser Gepäck holen. Unser dritter und letzter Flug wartet auf uns. Aus dem einen Flughafengebäude nach draußen, ein paar wenige hundert Meter zurücklegen und schon ist man im nächsten Flughafen. Sozusagen. Wir kommen gerade noch rechtzeitig. Unser Gepäck soll mit der nächsten Maschine erst mitfliegen. Alles ok, kein Problem, das geht klar. Noch einmal durchleuchten lassen. Sowohl mich, als auch mein Handgepäck. Als letzte eilen wir Richtung Flugzeug. So klein, dass ich meinen Augen kaum traue. Propeller hat es und es braucht nicht einmal eine extra Gangway. Einmal die Treppen nach unten geklappt und schon ist alles für den Einstieg bereit. Beim Einsteigen stoße ich mir fast den Kopf, doch es geht nochmal gut. Und selbst wenn es so wäre, mir wäre es egal. Wieviele passen hier rein? 15? Ich quetsche mich in meinen Sitz am Fenster. Ein letztes Mal. Meinen kleinen Rucksack, der mir gar nicht mehr so klein vorkommt, klemme ich irgendwie zwischen meine Beine. So gut es eben geht in dieser engen Maschine. Irgendwann beginnt sich die Maschine zu bewegen. Jeden Handgriff im Cockpit kann ich verfolgen, da es keine Tür gibt. Ich bin begeistert und fühle mich wie ein kleines Kind, das gar nicht genug zu sehen bekommen kann. Nach ein paar netten und witzigen Anmerkungen seitens der Piloten, heulen die Propeller laut auf (und mit laut meine ich wirklich laut) und wir rasen über die Piste. Innerhalb weniger Sekunden, ich habe es nicht einmal geschafft die Sekunden diesmal zu zählen, heben wir auch schon ab. Dieses Mal gar nicht so hoch, es lohnt sich nicht. Ich glaube, der Flug soll 20 Minuten dauern. Gefühlt schweben wir nur ein paar Meter über dem Meer. Es ist unglaublich. Meine Augen wissen nicht so recht, wohin sie den Großteil ihrer Aufmerksamkeit lenken sollen. Zu den beiden Piloten ins Cockpit oder dem, was sich mir dort unten darbietet. Ich entscheide mich für beides und so bin ich die ganze Zeit über damit beschäftigt, meinen Kopf hin und her zu bewegen. Ungefähr 15 Minuten später fliegen wir auf die nächste Insel zu. Sie ist etwas kleiner, aber mindestens genauso schön. Wir landen und noch bevor ich realisiert habe, dass wir wirklich da sind, erkläre ich diesen Flughafen, oder besser gesagt Flugplatz, zum Schönsten, auf dem ich bisher war.

Wieder einmal sind wir in der Ankunftshalle gestrandet. Ich habe erstmal genug von Flugzeugen, Flughäfen und dem Fliegen selbst. Alle anderen haben schon ihr Gepäck und den Flughafen verlassen. Wir warten auf das nächste Flugzeug, welches auch unsere Habseligkeiten mitbringen soll. Welch ein Glück, dass die Maschinen hier alle 20 Minuten zwischen den Inseln verkehren. Nach einer kleinen Ewigkeit, mit all unseren Sachen, treten wir nach draußen, wo auch schon sämtliche Taxifahrer um uns herum stehen und nur darauf warten, Geld zu verdienen. Nun ja, leider kann es nur einen geben. Der nette Mann, welcher zu wissen scheint, wie man seine Fahrgäste richtig unterhält, fährt uns einmal quer über die ganze Insel. Wir geben ihm etwas mehr Geld als nötig und stehen nun am Hafen. Na ja, oder was man darunter eben verstehen kann. Unser Katamaran sollte erst viel später fahren, doch wir haben Glück und können schon auf eine frühere Verbindung zurückgreifen. In einem Wahnsinnstempo brettern wir über das Wasser. Oder besser gesagt über die Wellen. Sehr zur Freude meines Magens, der das alles andere als erfreulich findet. Nach nicht einmal zwei Minuten ist mir so Übel, dass ich das Gefühl habe, mich jeden Moment übergeben zu müssen. Ich versuche ruhig zu bleiben, gleichmäßig und tief einzuatmen. Und - oh wunder - es hilft. Nach 15 Minuten Horrorfahrt (zumindest für mich) sind wir da. Angekommen. Endlich. Ich kann es kaum glauben. Ich stehe dort, in einem Hafen mit gerade einmal einem Steg und überall sind Menschen um mich herum.


Wir laufen den Weg in Richtung Unterkunft. Wissen erst nicht so recht, wohin mit uns. Fragen hier und da. Jeder spricht dich an. Fragt, ob er helfen kann.  Endlich wissen wir, wo es lang geht. Natürlich gehen wir zu Fuß. So etwas wie öffentliche Verkehrsmittel sucht man hier vergebens. Ich ziehe meine riesige Tasche hinter mir her, den Rucksack habe ich auf meinem Rücken, das Reisekissen und meinen Pullover irgendwie unter den Armen verstaut. Wir gehen diesen unebenen Weg entlang, bis ich schließlich fast am Ende der Straße ein fast schon unscheinbares Schild sehe. Die Aufschrift kommt mir schon von weitem bekannt vor. Ja, das ist es. Wir haben es geschafft. Wir sind endlich, endlich hier. Mir fällt ein Stein vom Herzen. Wir gehen auf dieses kleine Gebäude zu, welches sogar kleiner ist als das Haus, in dem ich aufgewachsen bin. Und niedrig ist es. Eine Etage gibt es. Mehr nicht. Doch das ist völlig ausreichend. Wir werden überaus freundlich empfangen und der Sohn unserer Gastmutter schnappt sich sofort meine Tasche und trägt sie in unser Zimmer. Wahrscheinlich hat er mir schon angesehen, wie erschöpft ich bin. Kein Einchecken, kein Pass vorzeigen. Lediglich zahlen müssen wir noch. In Bar. Unser Zimmer ist riesig. Ein Doppelbett haben wir, einen Sessel, einen Schrank, einen großen Spiegel, Nachttische mit kleinen Lampen darauf, einen großen Ventilator an der Decke und eine Klimaanlage. Das Bad ist groß genug und alles ist sauber. Dazu gibt es noch eine Hintertür, welche uns auf unsere Miniterrasse führt. Das ist mehr, als ich erwartet habe. Ich stehe in diesem Raum, hinter mir unsere Gastmutter und ihr erwachsener Sohn, und mir rutscht unweigerlich das Wort "Schön" über die Lippen. Sie schaut mich an und meint nur: "Ah, Deutsch?" Wie schön. Ich bejahe das mit einem Nicken und einem Lächeln. Als Begrüßungsdrink gibt es ein Glas kalten Saft. Mehr brauch ich heute auch gar nicht mehr. Wir gehen an den Strand und ich spüre das erste Mal seit langer Zeit den weichen Sand unter meinen Füßen. Wie ein kleines Kind renne ich dort rum. Kein Mensch weit und breit. Irgendwann stehe ich im Wasser und mir wird schlagartig bewusst, wie sehr ich das vermisst habe. Ich atme tief ein, meine Füße werden vom warmen Wasser umspült, und bin einfach nur glücklich.


Nachmittags schaue ich auf die Uhr und fange an, durch die Zeitzonen hindurch zu ermitteln, wann ich zuletzt etwas Schlaf abbekommen habe. Das war in Deutschland. Also in der Zwischenzeit vor über 35 Stunden. Meine Augen fallen andauernd zu. Ich kann nicht mehr. Den Abend, zu dem wir mit einer Hand voll anderen Gästen eingeladen sind, werde ich nicht mehr besuchen können. Ich bin zu müde. Am frühen Abend schlafe ich ein, während mein Herz vor Freude noch immer tanzt.

Kleine Anmerkung: Die Schnappschüsse wurden zum Großteil mit dem Handy aufgenommen, daher die nicht ganz so tolle Qualität. Aber keine Angst, die "richtigen" Fotos folgen noch.

2017/08/12

Nicht noch ein Modeblog


Nein, keine Angst. Das wird niemals passieren. Ich wäre so ziemlich die letzte Person auf Erden, die so etwas machen würde. Über Mode schreiben. Und so. Das passt so gar nicht zu mir. Von irgendwelchen Modeerscheinungen bekomme ich erst nach Wochen mit, dass es die so überhaupt gibt. Ich lese weder Modezeitschriften, noch stöbere ich stundenlang auf Blogs herum, die sich nur damit befassen, welchen neuartigen Lippenstift es schon wieder gibt, welche Klamotten man jetzt unbedingt tragen muss und wie ich meine Haare gefälligst hinknoten muss, damit ich dem Trend entsprechend modebewusst auftreten kann. Diese Mädels, die sich aufregen, wenn sie von der neuesten Limited Edition nichts abbekommen. Ich finde es schon schlimm genug, dass ich solche Begriffe überhaupt kenne.

Davon gibt es meiner Meinung nach schon zu viele. Zu viele. Was auch völlig in Ordnung ist. Schließlich soll jeder das machen, was er will. Bei manchen Teilen denke ich mir auch, dass dies oder das ganz schick aussieht. Doch mir stehen würde das noch lange nicht. Damit kann ich nunmal nichts anfangen. Und werde es auch niemals können. Und das ist gut so.
Da ist es gut, wenn es zur Abwechslung auch mal etwas anderes gibt, als nur immer dieses Einerlei. Ein bisschen tiefgründigere Texte. Etwas, was hängen bleibt. Was einen weiterbringt. Oder zumindest weiterbringen kann. Ich möchte mein Leben nicht nur mit - zumindest für mich - unwichtigen Dingen verbringen. Es gibt so vieles was von größerer Bedeutung ist. So vieles, worüber man Schreiben kann. So vieles, was man mit der ganzen Welt teilen kann. Und genau das werde ich versuchen. Mit ein paar Berichten aus meinem Leben. Erfahrungen zu den unterschiedlichsten Themen.
Mir ist bewusst, dass es da draußen genug Leute gibt, die mit diesem ganzen Mode-, Schmink- und Frisuren-Schnick-Schnack etwas anfangen können. Und das ist auch gut so. Wenn wir alle gleich wären, würde schließlich etwas total verkehrt laufen. Oder nicht? Ist doch toll, dass jeder seinen eigenen Weg geht. Seine Interessen verfolgt. Seine Erfahrungen macht. Dem anderen mit Rat und Tat zur Seite stehen kann, wenn es darauf ankommt, das passende Kleid zu finden oder das passende Make-up aufzutragen, ohne anschließend auszusehen, als wäre man in einen Eimer mit Farbe geplumpst.


Falls hier jemand also nur darauf wartet, von mir die neuesten Beauty-Trends zu lesen: Falsch gedacht! War noch nie meins, ist nicht meins und wird niemals meins sein. Was total in Ordnung ist. Damit kann ich Leben. Von den Kleidungsstücken, die ich besitze, ziehe ich vielleicht 30% an. Und von diesen 30% trage ich Schätzungsweise gerade einmal einen Bruchteil mehr oder weniger regelmäßig. So viel dazu. Im Moment würde ich wahrscheinlich mit zwei oder drei langen Hosen, einem Kleid, zwei Shorts und ein paar passenden Oberteilen zurechtkommen. Mehr brauche ich nämlich nicht. In meinem Schrank befindet sich auch kaum bis gar keine Marke. Das liegt wohl daran, dass ich noch nie der Typ war, der irgendwelchen großen Namen hinterher gerannt ist. Und ob auf meinem T-Shirt nun dick und fett Levi's oder nichts zu sehen bzw. lesen ist - wen juckt das schon!? Hauptsache ich habe was an. Punkt. Wer das jedoch gerne mag und braucht: Gerne weitermachen.

2017/08/07

Friss oder stirb!


Ernährung. So ein Thema, bei dem sich die Geister scheiden. Vegetarisch, Vegan, Laktosefrei, Glutenfrei, Allesesser. Es gibt nichts, was es nicht gibt.
Wenn es nach mir ginge, dürfte jeder Essen was und wie und wann und so viel er will. So einfach ist das. Es wird immer ein paar Kandidaten dort draußen geben, die meinen, ihre Sichtweise auf andere übertragen zu müssen. Essen ist wichtig. Schließlich hält es uns am Leben. Da ist es mir egal, wodurch sich jemand am Leben hält. Welche Nahrungsmittel er zu sich nimmt, auf welche er verzichtet. Aus welchen Gründen auch immer.

Wenn ich von meinem Ernährungsverhalten spreche, so glaube ich, habe ich das schnell hinter mir. Ich ernähre mich weder in die eine, noch in die andere Richtung. So etwas wie einen Plan habe ich nicht. Weder im Kopf, noch sonst wo. Im Grunde esse ich alles, was mag. Und das ist ziemlich viel, weil ich vieles mag. Stichwort: Logische Schlussfolgerung.
Ein paar Dinge kann ich überhaupt nicht ausstehen. Wirklich schlimm ist das jedoch nicht. Das sind so unbedeutende Sachen wie Nougat oder Marzipan, Red Bull, aber auch Feta zählt dazu. Dann gibt es noch ganz seltsame... na ja, ich nenne es mal Ticks. Ich mochte jahrelang weder Milch, noch Bananen. Bananenmilch wiederum konnte ich trinken bis zum Umfallen. Seitdem ich in Leipzig lebe, mag ich Bananen. Zumindest mal mehr, mal weniger.

Dann wäre da noch die Sache mit dem Fleisch. Auch eine etwas kompliziertere Angelegenheit bei mir. Vorweg kann ich sagen, dass ich Fleisch noch nie in großen Mengen zu mir genommen habe. Auch früher und überhaupt, als ich noch Zuhause gelebt habe, gab es das nicht oft. Und wenn, dann vom Metzger des Vertrauens. Ich finde, es gibt nichts ekelerregenderes als Fleischwaren aus dem Supermarkt. Uuuhhhhh, wenn ich nur daran denke. An dieses Würmchenhackfleisch. Nun ja. Es ist auch so, dass ich seit vielen, vielen Jahren kein Rindfleisch oder Schweinefleisch mag. Zumindest nicht am Stück. Eine Scheibe Schinken vom Schwein ging dann doch. Am besten also Hähnchen. Ich habe nie wirklich das Verlangen danach. Als ich für meine Verhältnisse noch viel Fleisch gegessen habe, war das vielleicht fünf Mal im Jahr der Fall. Letztes Jahr habe ich monatelang kein Fleisch zu mir genommen. Einfach, weil ich es nicht sonderlich mag. So wie andere Menschen sich nicht für Bohnen oder Champignons begeistern können.

Letztes Jahr war ich auf den Seychellen. Bei der wohl besten Hostmum, die man sich nur wünschen kann. Jeden Abend wurde frisch gekocht. Und jeden Tag gab es das gleiche. Ha! Würde man denken! Ich wusste nicht, dass man aus Fisch so viele verschiedene Gerichte zaubern kann. Was das alles war, habe ich mir nicht gemerkt. Oktopus gab es einmal. Das war etwas gewöhnungsbedürftig. Erst habe ich mich nicht so richtig getraut. Im Angesicht, mit diesen Saugknöpfen auf meiner Gabel. Geschmacklich war es super, nur die Konsistenz war etwas ungewohnt.
Über Weihnachten ging es nach Hause. Wir zelebrieren es nie sonderlich, weswegen es auch kein allzu großes Festmahl gibt. Doch da ging es dann schon wieder los mit dem Fleisch. Und als es im Januar für ein paar Wochen nach Asien ging, lief es für meine Verhältnisse völlig aus dem Ruder. Entweder war ich immer in der falschen Gegend unterwegs oder ich habe mich einfach dumm angestellt. Jedenfalls war es teilweise wirklich schwer etwas Fleischloses ausfindig zu machen. Auch wenn es nicht immer viel war, habe ich doch immer wieder was davon zu mir genommen. Zwar nicht jeden Tag und auch nicht jedes Mal massenhaft, aber auf eine Woche hochgerechnet, entsprach das in etwa meinem Jahreskonsum.
In der Zwischenzeit esse ich eigentlich gar kein Fleisch mehr. Eigentlich, weil ich es noch nie zu hundert Prozent sagen kann. Was nicht ist, kann ja noch werden.

Dafür liebe ich Obst und Gemüse umso mehr. Da mag ich wirklich alles. Spinat mochte ich als Kind überhaupt nicht, jetzt esse ich es wieder. Egal ob als Rohkost, aus dem Ofen, vom Grill, aus der Pfanne. Ich liebes es.
Kocht ihr eigentlich nach Rezept? Ich muss gestehen, ich bin immer wieder aufs Neue verwundert, wenn ich irgendwo lese, dass jemand nach diesem oder dem Rezept sein Essen zubereitet hat. Die besten Sachen entstehen, wenn man einfach drauflos kocht. Wenn man nun aber gar keine Ahnung davon hat, finde ich es gut, wenn man etwas hat, woran man sich orientieren kann. Ich für meinen Teil werde wohl für den Rest meines Lebens regelmäßig Nudeln, Couscous und Reis in den Mengen abkochen, welche für eine ganze Fußballmannschaft reichen werden. Jedesmal versuche ich mich daran zu erinnern. Doch dann denke ich mir wieder: Aaach, das sieht so wenig aus. Lass mal noch was reinschütten. Tja, und fertig ist das Essen für die nächsten drei Tage.

Ich achte auf eine ausgewogene Ernährung. Das ist alles. Mehr mache oder beachte ich nicht. Ich zähle keine Kalorien, schreibe Tagebuch oder nutze irgendwelche Apps. Ich esse auch mal Schokolade, Gummizeug, Chips oder Eis. Meiner Meinung nach gibt es keine ungesunden Lebensmittel. Es gibt eben Lebensmittel, welche essenziell sind und welche, die nicht erforderlich sind, die man jedoch trotzdem zu sich nehmen kann. Das Gleichgewicht muss stimmen. Ein Stückchen Schokolade im Jahr ist nicht ungesund. Genauso wenig, wie wenn ich im ganzen Jahr zwei Gläser gezuckerte Limonade zu mir nehme.

Ich esse was ich will. Ich weiß, was mein Körper verträgt und was nicht. So lebe ich und mir geht es gut damit.

2017/08/04


Heute mal etwas in eigener Sache. Und zwar geht es um ein klitzekleines Fotoequipment. Genauer gesagt um meine erste Kameraaustattung. Die möchte ich jetzt an den Mann bringen, wie man so schön sagt. In den letzten vier Jahren hatte ich die Kamera vielleicht fünfmal in der Hand. Wenn überhaupt. Nicht, weil ich kein Interesse mehr daran habe. Nein. Im Gegenteil. In der Zwischenzeit habe ich mir eine Kamera und die passenden Objektive dazu besorgt, die für meine Zwecke und ganz besonders meinen Ansprüchen gerecht werden. Ein Markenwechseln stand auch noch ins Haus. Von Canon zu Nikon.
Sowohl die Kamera, als auch die beiden Objektive, sind in einem sehr guten Zustand!
Wer möchte, darf sie auch persönlich abholen und im Voraus testen. Vorausgesetzt, ihr wohnt in Leipzig oder habt es zumindest nicht allzu weit.
Lange Rede, kurzer Sinn. Wer Interesse hat, darf sich gerne via Mail bei mir melden: Marluiesa@web.de

Alle Preise inkl. Versand und evtl. kann man hier und da noch etwas am Preis verhandeln.
Kameratasche, Ladegerät und Akku sind vorhanden. Bei Interesse hätte ich auch noch einen Zweitakku, dem zwar verhältnismäßig schnell der Saft ausgeht, aber seinen Zweck dennoch erfüllt. ;)

Da wäre zum einen eine Spiegelreflexkamera. Die Canon 500D. Gekauft im Januar 2011. Für Einsteiger gut geeignet. Aber auch sonst, wenn man nicht auf der Suche nach High End Fotos ist, macht sie einen guten Job. Und für alltägliche Schnappschüsse, sei es im Urlaub oder auf Familienfeiern, reicht sie allemal.
Preis: 230 EUR





Dann wäre da noch das Standardobjektiv, welches ich ebenfalls im Januar 2011 zusammen mit der Kamera gekauft habe. Genaue Bezeichnung: EF-S 18-55mm f/3.5-5.6 IS II
Preis: 85 EUR 
Ein Foto habe ich gerade nicht zur Hand. Kann aber bei Interesse gerne eins nachreichen.

Und zu guter Letzt kann ich noch mit einem Objektiv mit Festbrennweite dienen: EF 50mm f/1.4 USM
Dieses Objektiv kam kaum zum Einsatz.
Preis: 290 EUR


2017/07/31

Los geht's!


Da bin ich wieder. Ich habe übrigens damit begonnen. Diese Sache, mit dem Leben auf den Kopf stellen und so. Ihr wisst schon. Ein bisschen mehr Dickkopf als Mitläufer sein. Oder so. Etwas mehr von dem, was mich Glücklich macht. So muss das sein. Jetzt. Gerade. Im Moment.

Eine Liste erstellen. Mit Dingen, die ich mag, die ich gerne machen, umsetzen möchte. Die ich gerne mit Euch und dem Rest der Welt teilen möchte. Dinge, die ich schon lange in meinem Kopf umher trage. Einen Teil davon vielleicht auch in meinem Herz. Stichpunkt: Herzensangelegenheit. Heißt für mich: Das machen, was mein Herz zum Lachen bringt.
Also sortiere ich in meinem Kopf. Was ist wichtig, was nicht. Was ist für mich das Wichtigste. Ich sortiere aus. Sortiere neu. Und ein paar Punkte bleiben zurück. Eine kleine, aber feine Liste.



Da wäre zum Beispiel diese Sache mit dem Buch. Ein eigenes Buch schreiben. Aber nicht nur schreiben. Nein. Auch herausbringen. Ja. Nein. Vielleicht. So ganz sicher weiß ich das auch noch nicht. Das Schreiben ist schon immer meins. Mein Ding eben, wie man es salopp so schön daher sagt. Ich mag es, Wort für Wort hintereinander zu setzen und daraus ganze Geschichten entstehen zu lassen. Oder einfach nur Texte zu verfassen, die ganz alltägliche Geschehnisse wiederbringen.

Also habe ich vor wenigen Tagen angefangen. Angefangen, zu schreiben. Und ich bin glücklich, dass es so gut läuft. Vor mehreren Monaten habe ich schon mal einen Versuch gestartet. Es sollte eine Art "normales" Buch werden. Klingt doof, ist aber so. Ich wüsste nicht, wie ich das besser umschreiben könnte. Ein Buch, wie man es wahrscheinlich zu hunderten in Bücherläden und den dazugehörigen Onlineshops vorwindet. Ich tat mir schwer. Nicht das Schreiben ansich, das Verfassen einzelner Textbausteine. Viel mehr die Tatsache, dass ich mich mit der Geschichte hinter den Buchstaben nicht wohlgefühlt habe.
Es musste etwas Neues sein. Etwas, was mir mehr oder weniger leicht über die Lippen geht. Oder genauer gesagt über die Finger. Sagt man das so? Keine Ahnung. Ihr wisst, was gemeint ist.
Seid ihr mehr Team Druck oder Team E-Book?

Podcast. Ja, das wäre auch was für mich. Einfach drauf los Quatschen. Ob mit oder ohne Notizen, das ist erstmal egal. Ich meine, so ein paar Kritzeleien als Hilfestellung, um nicht den Faden zu verlieren, wäre mit Sicherheit keine allzu schlechte Idee. Ein Podcast zu den verschiedensten Themen. Vorausgesetzt, ich kann andere Leute dafür begeistern. Vielleicht könnte ich auch eine Art Podcast-Reihe daraus machen. Zumindest aus einem Teil davon. Eine bestimmte Thematik über einen längeren Zeitraum behandeln, aus eigenen Erfahrungen berichten. Wie auch immer.
Hört ihr euch Podcasts an?

Eine neue Sprache lernen. Das ist ganz oben mit dabei. Spanisch. Und wenn ich schon dabei bin: Es gibt noch eine Art der Kommunikation, die mich ganz besonders interessiert. Nämlich die Gebärdensprache. Etwas komplett anderes. Und genau deswegen so unheimlich reizvoll, mich daran zu versuchen.



Ein Jahr möchte ich mir geben. Für all das. Oder zumindest für einen Teil davon. Damit wäre ich auch schon zufrieden. Ich brauche Druck. Druck von mir. Aber hauptsächlich von außen. Ansonsten, denke ich, kann es schnell passieren, dass ich es zu sehr schleifen lasse. Mich nicht zu sehr reinhänge. Nicht genug Zeit investiere und zu wenig daran arbeite.

Und weil ich gerade keine Zeit habe, für diesen Post noch extra Fotos zu machen, gibt es diese zwei, sich extrem ähnlich sehenden, Schnappschüsse.

2017/07/17

Du musst dies. Du musst das. Du musst gar nichts!


Jeder von uns kennt es. Jeder von uns lebt es. Dieses ganz normale Leben. Dieses typische Alltagsgehabe. Tagaus. Tagein. 365 Tage im Jahr. Für den Rest unseres Daseins.
Doch was ist, wenn ich nicht so will wie der Rest? Was ist, wenn ich einfach mein Leben leben möchte? So, wie ich es mir vorstelle. Wie es sich in meinem Kopf abspielt. Wie es sich richtig anfühlt.
Ich weiß, das Leben verläuft niemals nach Plan. Das wäre auch zu einfach.



Wir sind in einem Hamsterrad gefangen. Es dreht sich und dreht sich. Immer im gleichen Tempo. Immer in dieselbe Richtung. Immer im gleichen Takt. Zu dem was wir machen, was wir denken, was wir träumen. Wir stellen unsere Wünsche hinten an.
Wie stelle ich mir das Leben vor? Morgens aufstehen, zur Arbeit gehen, Mittagspause, schnell den Mund stopfen, den Magen ruhig stellen. Abends dann schnell nach Hause, den Kindern noch was Vorlesen, einen Gutenachkuss auf die Stirn drücken. Weiter arbeiten, bei einem Glas Wein, bis spät in die Nacht. Schlafen gehen. Der Wecker klingelt. Und es geht wieder von vorne los. Tagein. Tagaus.
Ich frage mich, ob ich so - oder eben so ähnlich - für den Rest meines Lebens existieren möchte. Oder ob ich mein Leben in die Hand nehme, etwas ändere. Es für mich so gestalte, dass ich mein Leben auch wirklich leben kann. Dass ich es wirklich Leben nennen kann.
Ich frage mich: Wieviele Leben habe ich denn? Eins. Eins. Eins. Nur Eins. Zu wenig, um alles zu machen. Genug, um alles auszuprobieren. Die Arbeit stellen wir vorne an. Verständlich. Wir alle müssen unser Geld irgendwoher bekommen. Für das Dach über unseren Köpfen, für das Essen oder für andere alltägliche Dinge, die unser Leben schöner, einfacher oder besser dastehen lassen. Darüber habe ich mir lange Zeit den Kopf zerbrochen. Warum kann ich das nicht anders angehen? Ein Dasein oder Zwang, festen Zeiten. Dieses ewige Tik Tak in meinem Kopf. Ich muss noch dies oder jenes erledigen. Ich muss noch dorthin. Und später noch dahin.


Ich würde gerne - nein. Ich möchte es schaffen, diesem Hamsterrad zu entfliehen. Und ich weiß auch, dass ich es kann. Dass ich es muss. Denn das wichtigste ist doch, dass ich glücklich bin. Dass jeder von uns glücklich ist. Man sollte mehr an sich selbst denken. Mehr an sich glauben. Und sich immer wieder einreden, dass es klappen wird. Egal wie, wann und wo. Jedenfalls halte ich mich an diesen Gedanken fest. Wie in so vielen Bereichen des Lebens gilt: Grenzen existieren nur in unseren Köpfen. Sich selbst mehr Mut zusprechen, sich selbst mehr zutrauen. Das sollte uns ausmachen.
An diese Gedanken klammere ich mich. Höre nicht auf zu Träumen, verliere nie das Ziel aus den Augen. Bis ich angekommen bin. Ich stelle mir vor: Was wäre, wenn. Und dann weiß ich, dass ich alles richtig mache. Dass es sich lohnt. Lohnt zu kämpfen. Lohnt zu fallen. Lohnt wieder aufzustehen.
Manchmal ist es gut, Steine in den Weg gelegt zu bekommen. So weiß ich, dass es echt ist. Dass ich mich nicht hinter puderrosa Wolken verstecken kann. Und es ist mindestens genauso gut, wenn man nicht allein ist. Wenn man weiß, da gibt es jemanden, der hinter einem steht. Der einem behilflich sein kann, der nicht gleich zu allem nein sagt. Der ehrlich ist. Auch wenn es nicht immer leicht ist, das zu hören.

Ehrlich gesagt: So ganz sicher bin ich mir selbst noch nicht. Was daraus werden soll. Noch weniger dabei, wie sich das entwickeln wird. Aber ich hoffe das beste. Jeder, der hier mitliest oder jemals mitlesen wird, wird all das verfolgen können. Hoffentlich mehr im positiven als im negativen Sinn. Denn: Aufgeben ist keine Option! Niemals.

2017/07/07

Es juckt. Und juckt. Und juckt.



Ich war jung. Sehr jung. Ich glaube, ich war etwa drei Jahre alt. Vorwiegend kam es bei mir im Gesicht vor. So weit ich mich erinnern kann, war besonders mein Kinn davon betroffen. Irgendwie normal in dem Alter. Denke ich mir zumindest. Nichts weltbewegendes. Vor einigen Jahren dann, ich machte ein FSJ in einer Jugendherberge, überrumpelte es mich im wahrsten Sinne des Wortes von heute auf morgen. Es überkam mich regelrecht wie eine Lawine. Anfangs wusste ich lange nicht, was das sein soll. Was mit meiner Haut, meinem Körper plötzlich los war. Die Haut an meinen Händen wurde zunehmend trockener. Meine Hände fingen an zu jucken. Immer stärker und stärker. Es breitete sich immer weiter aus. Meine Innenarme waren gerötet und der Juckreiz überfiel mich hier ebenfalls. Es wurde immer schlimmer. Ich musste mich zusammenreißen, mich im Schlaf nicht blutig zu kratzen. Bläschen bildeten sich. Von jetzt auf gleich. Der Juckreiz wurde unerträglich. Ich rieb meine Hände aneinander, um so das Kratzen zu umgehen. Das Jucken verschwand nicht. Im Gegenteil. Es wurde noch schlimmer. Die Bläschen wanderten bis in die Ellenbogen hinauf. Ich rieb noch fester. Noch intensiver. In der Hoffnung, dass es endlich aufhört. Es hört nicht auf. Die Bläschen fingen an zu nässen. Meine Hände waren feucht davon. Es war grauenvoll. Mitten in der Nacht bin ich in das Badezimmer. Kaltes Wasser über die Hände und Arme laufen lassen. Das war Erleichterung pur. Gleichzeitig liefen mir die Tränen über das Gesicht. Was war das? Ich habe doch nichts außergewöhnliches gemacht, angefasst oder sonst was gemacht. Während dieser Zeit in der Jugendherberge habe ich in den unterschiedlichsten Bereichen gearbeitet. Ich war an der Rezeption, habe in der Küche geholfen, bei der Zimmerreinigung, habe Lieferungen entgegen genommen und was sonst noch so anfiel. Nichts spektakuläres oder sonderlich ungewöhnliches also.


Nach einiger Zeit bin ich zum Hautarzt. Ich weiß nicht mehr, wie lange ich mit dem Arztbesuch gewartet habe. Wahrscheinlich bis es nicht mehr ging. Jedenfalls durfte ich an diesem besagten Tag einige Stunden früher von der Arbeit gehen. Beim Arzt angekommen, hörte ich - im Bezug auf meine Situation - zum ersten Mal das Wort Neurodermitis. Aha. Da gibt es doch sicherlich etwas dagegen. Und ich bekam auch was. Cremes oder besser gesagt Salben. Mit Antibiotikum und Cortison. Für den Anfang, weil es so schlimm war. Kaum hatte ich die Apotheke verlassen, schmierte ich mir die betroffenen Stellen ein. Es fühlte sich ekelhaft an, diese Bläschen zu berühren, einzucremen. Doch ich war erleichtert. So erleichtert. Und irgendwie glücklich. Endlich bin ich es los. Endlich! Ha! Das hättest du wohl gerne, dachte sich diese gemeine Neurodermitis wohl. Von da an war sie mein ständiger Begleiter. Seitdem lebe ich damit. Und: Es ist die Hölle!

Allergietests habe ich damals natürlich auch über mich ergehen lassen. Nichts kam dabei heraus. Absolut nichts. Als ich in etwa zehn Jahre alt war, wurde bei mir festgestellt, dass ich eine Allergie gegen Gräserpollen habe. Ich habe aber weder damals, noch heute darauf reagiert. Im schlimmsten Fall muss ich ein- oder zweimal Niesen. That's it! Also nicht der Rede wert. In der Zwischenzeit sind nur noch meine Hände davon betroffen. Na ja, nur. Das ist leicht daher gesagt.
Bei einigen Dingen weiß ich zumindest, dass ich darauf reagiere. Nicht dank irgendwelchen Tests, sondern weil ich es selbst herausgefunden bzw. im Laufe der Jahre mitbekommen habe. Ich weiß, um welche Nahrungsmittel ich besser einen großen Bogen machen muss, was das Anfassen betrifft. Dann ist aber auch schon Schluss.


Bis zum heutigen Tag war ich bei keinem Hautarzt mehr. Vielleicht, weil mir der Arzt damals seltsam vorkam. Er verschrieb mir lieber irgendwelche Cremes, anstatt sich ordentlich mit der Diagnose zu beschäftigen. Im Nachhinein habe ich mich öfter gefragt, warum er mich nicht sofort arbeitsunfähig geschrieben hat. Vielleicht hätte ich es zumindest so frühzeitiger in den Griff bekommen können. So arbeitete ich noch über ein halbes Jahr weiter. Meine Haut trieb mich in den Wahnsinn. Ich schlief kaum noch, war fertig mit den Nerven.
Falls ich wieder mal einen Schub habe, versuche ich so gut es geht mit Cremes zurechtzukommen, welche Harnstoffe enthalten. Im Notfall hilft auch mal eine Creme mit 0,5% Hydrocortison. Mein jetziger Schub hält schon ganze vier Wochen und zwei Tagen an. Neuer Rekord, würde ich schätzen. Selbst jetzt, in dieser Sekunde, könnte ich zulassen, dass sich das Wasser in meinen Augen sammelt. Wieder einmal. Wie so oft. Aus Wut. Verzweiflung. Doch ich lasse es nicht zu, werde nicht nachgeben. Nicht jetzt.


Einiges habe ich schon gelesen. Was hilfreich sein soll. Was man besser lassen soll. Rohkost. Ob das wirklich von Nutzen ist? Ich weiß es nicht. Ausprobiert habe ich das noch nicht. Vielleicht wäre es mal einen Versuch wert. Falls jemand damit Erfahrung hat: Immer her mit Tipps, Ideen, Anregungen.
Ich weiß, dass es Menschen gibt, die Schlimmeres durchmachen. Keine Frage. Aber wenn ich einen Schub habe, ist es für mich in dieser Zeit nunmal das Schlimmste. Da hilft nur eins: Objektivität. Denn nur Betroffene werden verstehen, wie das wirklich ist.

2017/07/01

Mach doch, was du willst!


Mach doch, was du willst! Warum ich diesem normalen Alltag aka. Alltagswahnsinn entfliehen möchte.
Ja, irgendwie habe ich in letzter Zeit so einiges geschrieben. Über dies und das. Und dabei ist ungewollter Weise eine Art Reihe entstanden, die ich nun Stück für Stück (Text für Text trifft es wohl besser) hier teilen möchte. Als Inspiration, Mutmacher oder Glaube-an-dich-Texte. Wie auch immer man es sieht. Ich persönlich mag solche Texte sehr gerne. Auch wenn es manchmal etwas kitschig rüberkommt. Es ist auch gut möglich, dass es sich ein bisschen mit den zuletzt geschriebenen Zeilen überkreuzt. Warum? Weil ich diese Worte zuerst als großes Ganzes vor mir stehen hatte. Egal. Manchmal sind Wiederholungen gar nicht so schlecht.

Dieses ständige "Du musst dies, du musst das" kann ich auf Dauer einfach nicht mehr ertragen. Mein ganzes Leben nach anderen Personen, nach der Arbeit richten. 9 to 5. Das ist das Stichwort. Arbeiten. Den ganzen Tag. Für alle anderen. Nur nicht für mich. So erging es mir 12 Monate lang. Mit dem Unterschied, dass es kein 9 to 5 Job war. 5 to 2 oder 2 to 11 trifft es da schon besser. Ich funktionierte nur noch. Sammelte haufenweise Überstunden an. Machte alles, was mir gesagt, vorgeschrieben wurde. Ich drehte mich im Kreis. War andauernd müde, fühlte mich ausgelaugt, hatte Rückenschmerzen. Zu oft reagierte ich auf die einfachsten Dinge viel zu gereizt. Wenig Schlaf, unregelmäßige Essenszeiten. Das alles zusammen machte mich kaputt. Ich war nicht glücklich.
Den Rest meines Lebens so oder so ähnlich verbringen? Nein. Auf keinen Fall. Also ließ ich meinen Vertrag nach zwölf Monaten, einer Woche und zwei Tagen auslaufen. Und mir ging es besser. So viel besser. Ich hatte frei. Ich war frei. Und bin es immer noch. Die Umstellung war auch ungewohnt. So war es für mich nämlich überhaupt nicht mehr gängig, jedes Wochenende frei zu haben. Zeit zu haben. Die freie Zeit mit meinem Freund zu verbringen. So sehr steckte ich in diesem Alltagswahnsinn drin. Schuften bis zum Umfallen. Um es mal auf den Punkt zu bringen. Ich war am Ende.


Lass' doch einfach mal die Sau raus. Mach', worauf du Lust hast. Was du kannst, was du gerne machst. Was du willst. Wofür du dich begeistern kannst. Bleib' niemals stehen. Dreh' dich niemals um. Gehe immer weiter. Und weiter. Und weiter. Nutze Abzweigungen. Erklimme Berge. Aber komme niemals vom Weg ab. Zieh' dein Ding durch. Glaub' daran. Und lass' dir von niemandem einreden, dass es nicht möglich ist, du es nicht kannst. Halte daran fest. Halte deine Träume fest. Umschließe sie. So fest du kannst. Pack' sie in ein Marmeladenglas, schraub es zu und gib ihnen auch nicht einmal die Möglichkeit zu entfliehen. Nutze jede Chance, die sich dir bietet. Nimm jede Hand an, die sich dir entgegen streckt. Sei mutig. Sei tapfer. Sei laut und niemals leise. Verschwende keinen Gedanken daran, was andere von dir halten. Bleib' dir selbst treu und glaube immer an dich. Immer. Immer. Immer.
Pack' all deine Sachen. Den Rücksack auf dem Rücken, den Reisepass in der einen, die Kamera in der anderen Hand. Reise so viel du kannst. Reise so weit du kannst. Reise allein. Mit einem Freund an der Seite. Ganz egal. Aber Reise. Reise.
Lerne neue Orte kennen. Neue Menschen, andere Kulturen, außergewöhnliches Essen. Gehe immer einen Schritt weiter. Weiter, als gedacht. Als vorgenommen. Stürze dich in Abenteuer. Mache Dinge, die du noch nie getan hast. Dinge, die du niemals bereuen wirst. Und wenn doch, dass du immerhin sagen kannst: Das war es wert! Klettere auf Berge, springe aus Flugzeugen, lerne Surfen, belege Kochkurse in exotischen Ländern, dusche unter Wasserfällen. Habe keine Scheu davor, auf andere Menschen zuzugehen. Lerne neue Sprachen. Lass dir Geschichten erzählen, Einzelheiten erklären. Gib' anderen eine Chance. Akteptiere andere Meinungen. Denke nie daran, wie peinlich dir diese oder jene Situation war, ist oder sein könnte. Reiche Fremden deine Hand. Öffne dich. Sei offen für alles, was deinen Weg kreuzt. Nimm das Leben mit all seinen Facetten wahr. Setze deine Sinne ein. Immer und überall. Zu jeder Zeit. Sehen. Riechen. Hören. Schmecken.
Lass dir nicht den Mund verbieten. Sag was du denkst. Was du fühlst. Wovon du träumst. Lebe dein Leben. Lebe! Verbiete dir nichts. Steh' dir selbst nicht im Weg. Fang damit an. Jetzt. Sofort. Lass alles stehen und liegen und fang an. Los jetzt!

Ein kleiner, aber feiner Text. Ein Text, welcher Mut machen soll. Mut machen dafür, dass man an sich glaubt. Glauben kann. Glauben muss. Muss. An sich und seine Träume. Dass man auch mal spontan sein kann, spontan sein muss. Dass man das macht, was einen glücklich macht. Für mich zählt ab jetzt nur noch eins: Glücklich sein! Dazu muss ich Grenzen überschreiten. Es wird mich Überwindung kosten. Doch am Ende wird es sich lohnen. Das weiß ich. Ich bleib' dabei und sage mir: Mach' doch, was du willst!

Der nächste Teil meiner "Mach doch, was du willst"-Reihe folgt im Laufe der nächsten Woche.

2017/06/27

Ich mach' mir die Welt, wie sie mir gefällt.


Ich mach' mir die Welt, wie sie mir gefällt.
Ein kleines Mädchen mit zwei knallorangenen Zöpfen, einem kleinen Äffchen auf der Schulter und einem Schimmel in ihrer kunterbunten Villa sang diesen Satz lauthals. Ein Lied, welches mich durch meine Kindheit begleitete und auch heute noch erwische ich mich dabei, wie ich unter der Dusche plötzlich anfange dieses eine Lied laut vor mich hinzuträllern.
Dieses kleine, freche Mädchen, welches zugleich so einfühlsam ist und ein so großes Herz in sich trägt, hatte und hat so recht, was diesen einen Satz betrifft. Zumindest aus meiner Sicht.
Ich wollte immer so stark sein wie Pippi Langstrumpf. Auch gegen diesen Koffer voll mit Gold hätte ich wohl nie etwas gehabt, um mir haufenweise Süßigkeiten kaufen zu können. Oder dieser Limonadenbaum. Es könnte so einfach sein. Ist es auch. Zumindest manchmal. Sollte man meinen.

Es war Ende August 2015, als ich mein bisheriges Leben hinschmiss. Ich bewarb mich für einen Job, der mir so gar nicht zusagte. Der mich ehrlich gesagt null interessierte und den ich regelrecht verabscheute. Einen Tag später hatte ich eine Mail in meinem Postfach. Vorstellungsgespräch in zwei Tagen. Ok, dachte ich mir. An dem besagten Tag, einem Mittwoch, machte ich mich auf den Weg dorthin. Ich war extrem nervös. Warum? Das weiß ich auch nicht so genau. Sollte vor so einem Gespräch doch eigentlich klar sein. Trotzdem war es seltsam für mich. Es handelt sich hierbei doch nur um irgendeinen Job und nicht um eine Stelle für eine ach so tolle Position in einem weltführenden Unternehmen. Wie auch immer. Mit langsamen Schritten kam ich immer näher und für einen kurzen Moment dachte ich mir, dass ich das doch einfach sein lassen kann. Ich kann einfach umkehren und wieder gehen. Ich muss nicht einmal sagen wieso, weshalb, warum. Niemandem wäre es aufgefallen. Außer mir. Also ging ich weiter. Und weiter. Und da stand ich also. Mit pochendem Herzen und der Portion Mut einer Maus, deren Blick soeben eine Katze unweit entfernt erblickt hat. Ich fand mich auf einem schwarzen Klappstuhl sitzend wieder. Zwischen sämtlichen Behältern aus Plastik. Plastikbesteck, Plastikbecher, Plastikschüsseln mit den passenden Deckeln dazu. Kennt ihr diese ordentlich sortierten Vorratsräume mit allerhand Verbandsmaterial und anderen Dingen aus diesen Krankenhausserien? Genau so fühlte es sich dort an. Steril und sauber.
Zehn Minuten später war das Gespräch auch schon vorbei. Alles schien sich plötzlich so schnell zu entwickeln. Am Tag darauf das erste Probearbeiten und am Montag gleich das zweite Mal. Einmal Früh- und einmal Spätschicht. Es lief gut und ich sagte sofort zu. Nicht einmal zwei Wochen später fand ich mich wieder an diesem Ort. Angestellt. Doch ich wusste natürlich, dass nicht für immer sein wird. Etwas Geld beseite legen. Das war mein Ziel. Schön war es dennoch nicht immer. Arbeiten an Wochenenden, Feiertagen. Überstunden bis zum Abwinken. Anfangs schrieb ich die Stunden, die ich zu viel arbeitete noch auf. Als in meinem Notizbuch allein in der Vorweihnachtszeit bereits die 80 überschritten war und ich sowieso wusste, dass es mit nichts bringt, hörte ich auf mit dem Zählen. Überstunden wurden nicht bezahlt. So war das eben. Punkt.
Ein Jahr lang habe ich das durchgezogen. Jeden Monat konnte ich so einen vierstelligen Betrag auf die Seite legen. Immerhin etwas. Ich bin froh, dass ich das durchgezogen habe. Es fühlte sich jede Sekunde falsch an. Nur danach und selbst jetzt noch bin ich der Meinung, dass es die richtige Entscheidung war. Und es hat mir die Augen geöffnet. In so allerlei Hinsicht.

Und dann passierte, was passieren musste. Frei nach dem Motto: Ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt. So oder so ähnlich könnte man das nennen. Ein Jahr lang habe ich gearbeitet. Genauer gesagt geackert. Bis zum geht nicht mehr. In einem Beruf, den ich nicht einmal erlernt habe. Der mir den letzten, aber wirklich den allerletzten Nerv geraubt hat. Und so buchten wir die Flüge. Richtung Süden. Auf die andere Seite des Äquators. Im Juli buchte ich schon die nächsten Flüge. Diesmal gen Osten. Von der Entscheidung, das wirklich durchzuziehen, bis zu dem Zeitpunkt, in dem ich die Bestätigung per Mail bekam, vergingen vielleicht 20 Minuten.
Einfach das machen, was ich möchte. Was mir gut tut, wobei ich mich wohl fühle. Was ich kann. Und so soll es jetzt weitergehen. Immer der Nase nach. Geradeaus. Bis ich irgendwann am Abgrund stehe. Doch bis dahin ist es noch ein verdammt langer Weg. Den ich aber gerne gehen werde. Für mich und mein Wohlbefinden. Ich möchte glücklich sein. Dafür muss ich Grenzen überschreiten. Ich weiß, dass es manchmal sehr schwer werden wird, dass ich daran zweifeln werde, ob es die richtige Entscheidung war. Richtig oder Falsch. Sowas gibt es in diesem Fall doch überhaupt nicht. Und Zweifeln ist immer noch besser als Verzweifeln. Ich möchte glücklich sein. Denn wenn ich nicht für mein eigenes Glück sorgen kann, wer sonst soll sich denn darum kümmern?
Hier wird es in den nächsten Wochen mehr zu diesem Thema zu Lesen geben. Die ersten Texte stehen schon in den Startlöchern. Vielleicht, um den einen oder anderen anzuregen, zu inspirieren. Vielleicht auch einfach nur, um mir selbst mehr Druck zu machen. Um es durchzuziehen.
Und in hoffentlich naher Zukunft sage ich dann: Ich bin glücklich! Weil ich das mache, was ich mag.

2017/06/17

Einwegkameraliebe.


Analog. Analog und Ich. Das ist eine ganz große Liebe. Ich mag natürlich diese normalen (Was ist schon normal?) analogen Kameras. Umso älter, desto besser. Ich meine, was gibt es schöneres, als nach einiger Zeit genauestens zu erkennen, was man ursprünglich abgelichtet hat? Für das Entwickeln warte ich am liebsten so lange wie möglich. Momentaufnahmen, die ich erst Monate oder Jahre später in den Händen halte. Das macht mich glücklich. Und erfüllt mich mit so viel Freude. Genauso gerne mag ich aber auch diese kleinen, in Pappe gepackten Kameras. In jedem Drogeriemarkt gibt es diese mittlerweile zu kaufen. Mehr Schein als Sein, denkt sich vermutlich der Ein oder Andere. Geschmackssache. Doch ich habe zu Einwegkameras ein ganz besonderes Verhältnis. Eine sogenannte Hassliebe. Obwohl, wenn ich so darüber nachdenke... Der zweite Teil, also das mit der Liebe, überwiegt letztendlich wohl doch.

Für die allerwenigsten hat das Knipsen mit Einwegkameras etwas mit Fotografie zu tun. Was ich auch nachvollziehen kann. Mir geht es genau so. Doch gerade dieses Knipsen mag ich. Spontan draufhalten, auf das Knöpfchen drücken. Fertig. Manchmal entstehen ganz wunderbare Schnappschüsse, welche ich nicht mehr missen möchte. Da stört es auch nicht, wenn die Fotos mal nicht perfekt sind. Den passenden Ausschnitt zeigen, jemand oder etwas abgeschnitten ist, ein Finger im Foto zu sehen ist. Wenn das Abgelichtete nicht entwickelt werden kann. Ich gehe damit unbesonnen um. Instinktiv handeln. Intuitiv loslegen. Das mag ich.

Es müssen nicht immer High-End-Produkte sein. Das perfekte Foto. Gestochen scharf. Bokeh bis zum Abwinken. Nein. Man darf auch mal ausprobieren. Herumspielen. Mit anderen, einfacheren Mitteln.
Ein paar dieser - wie ich finde - zauberhaften Schnappschüsse habe ich herausgepickt. Eine Hand voll Geschichte aus vergangenen Zeiten. Eine Hand voll Erinnerung an wundervolle Orte.